Das dritte Rennen der Bayernliga in Grassau war erneut ein Treffer ins Schwarze. Pünktlich zum Beginn des Swim + Run flaute der zuvor böige Wind ab und das Chiemgau präsentierte sich bei strahlendem Sonnenschein, einem 23,9 Grad warmen Reifinger See (und damit Neoprenverbot) und Panoramablick auf die Chiemgauer Alpen von seiner schönsten Seite.

Vor dieser traumhaften Kulisse gingen wir um 11 Uhr mit Sophie Egl, Sandra Vollmeier, Leonie Rusin und Sonja Kirschner an den Start. Der Wettkampf war, ähnlich wie in Lauingen, zweigeteilt (Swim&Run + Bike&Run) - als fünfte Mannschaft mit einer Minute Zeitabstand ging es an das 750m lange Schwimmen. Es galt, wegen der geringen Größe des Sees, sogar zwei Runden um konstant wandernde Bojen zu absolvieren. Trotz ein paar Zick-Zack-Einheiten schafften wir es einigermaßen, beisammen zu bleiben und konnten kurz vor dem Ausstieg noch ein Team überholen. In der kleinen Wechselzone herrschte deshalb reges Treiben und Durcheinander. Auf der folgenden etwa 3km langen Laufstrecke hatten wir nach einiger Zeit nur noch einen Radfahrer vor uns und kamen erst mit gewisser kognitiver Verzögerung darauf, dass es das „Führungsfahrzeug“ sein könnte – wir erlebten einen kleinen Emotions-Cocktail mit einem Schuss Euphorie.

Trotz der gefühlt mäßigen Geschwindigkeit beim Laufen (Hitze und alle anderen Ausreden) liefen wir also mit 90 Sekunden Vorsprung ins Ziel. Aus Respekt vor dem zweiten Teil am Nachmittag (Jagdstart 19,5km Rad, 2km Laufen) schmiedeten wir in der Pause taktische Pläne: Sandra hatte beim ersten Lauf leider noch mit ihrem Knie zu kämpfen, sodass der zweite nicht in ihrem Sinne gewesen wäre. Also würde sie uns deshalb als zentrales Element durch das Radfahren navigieren, um uns möglichst frisch auf die Laufstrecke zu bringen. Sie schnitt den größten Teil der Zeit den starken Wind entzwei, ohne jegliche Chance für die Konkurrenz. Auf den finalen zwei Kilometern Laufen stellten wir am Wendepunkt schnell fest, dass dies auch bis zum endgültigen Zieleinlauf so bleiben würde.

Wir waren selbst ein bisschen überrascht über den so deutlichen Sieg. Dieser Erfolg beruht zu einem großen Teil auf einer tollen Teamleistung, die die individuellen Stärken des Einzelnen ausgenutzt hat. Dieses Gefühl ist fast schöner als das genauso spitzenmäßige objektive Ergebnis dieses tollen Wettkampfs.