3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42 Kilometer Laufen mit Jubel, Schweiß und Tränen - die Challenge Roth 2015 hat zwei verdiente Sieger: die Niederländerin Yvonne van Vlerken und den Potsdamer Nils Frommhold.

Auch unserer MRRCler haben hervorragende Ergebnisse erzielt. Besonders möchten wir Maria Hettegger gratulieren, die in ihrer Langdistanz Premiere auf Anhieb den 2. Platz in der AK belegt hat.

Bericht von Klaus Rettner...

 

Platz Pl.AK Name AK Swim Bike Run Finish
163 43 Biendl, Sybille (GER) W30 01:20:32 05:53:57 04:46:32 12:07:44
974 191 Bröschke, Ronny (GER) M35 01:18:45 05:49:09 04:11:53 11:26:10
167   2 Hettegger, Maria (AUT) W55 01:26:58 06:26:55 04:06:19 12:09:38
505 75 Kochanowski, Alfred (GER) M45 01:08:54 05:36:24 03:49:44 10:41:41
81 7 Kuhn, Annemarie (GER) W25 01:11:04 06:04:13 03:56:19 11:18:57
75 20 Mall, Sabine (ITA) W30 01:15:54 05:51:14 03:59:24 11:12:27
1087 226 Dr. Martin, Dietmar (GER) M45 01:17:04 05:39:48 04:32:52 11:37:22
2162 494 Meister, Markus (GER) M45 01:17:24 06:47:01 05:57:14 14:15:29
629 133 Stecher, Rainer (ITA) M35 01:06:59 05:33:08 04:03:51 10:53:19

 

Challenge Roth am 12.Juli 2015 
Klaus Rettner am 20.7.2015

 Felix Walchshöfer hatte in seiner emotionalen Ansprache am Montag zur Siegerehrung der Challenge Roth schon recht, als er sich mit den Worten „Das ist für Roth, für die Menschen hier wie Weihnachten“ bei ALLEN bedankte, bei seinem Team, bei den 6000 Helfern, bei den 5000 Startern und bei den Zuschauermassen.

Das war es wohl auch für Maria – wie Weihnachten – als Sie, ein Neuling auf der Langdistanz nach 12:09 h als 2.ihrer Altersklasse durchs Ziel rannte – aufrecht, strahlend, und sich noch nicht bewusst was Sie da gerade leistete.

Wettkampfberichte sollen ja von Wettkämpfern geschrieben werden. Schließlich wissen diese am besten was es zu erleben gibt.

Wir Zuschauer kennen bloß die Lust zum Anfeuern, das Gebrüll an der Strecke, das endlose Warten auf den Partner, das in der Hitze brüten, den Hunger und den Durst. Eigentlich möchte man auch starten – denn dann hat man wenigstens was zu tun.

Wobei, es ist ja auch wieder herrlich am Fuße eines `Berges` zu stehen und dann der Anne,  der Sybille, dem Alfred, dem Dietmar, der Maria und dem Arnaud 10 m oder so hinterherzulaufen, Sie anzufeuern, Ihnen ins Ohr brüllen, das es ja bloß noch 41 km sind und das Sie auf keinen Fall die Lücke zum Vordermann grösser werden lassen sollen. Schließlich sind wir Zuschauer ja auch extra um 5:00 Uhr aufgestanden um jetzt so zwischen 14.00 und 15.30 Uhr Sie zu motivieren.

2013 standen Maria und ich das erste Mal beim Schwimmstart in Heuberg. Maria war schon Triathletin. Kannte den Karlsfelder See, den Erdinger Weier und den Tegernsee. Ich kannte deren Ufer. Trotzdem wollten wir beide gleich rein in den Kanal – über den Zaun springen, einen Neo abstauben und starten.

2014 wieder vor Ort am Schwimmstart. Maria schon erfahrener durch die MD in Immenstadt, ich schon Besitzer einer Badehose, eines Neos und 20 h Schwimmsport in den ArmenBeinenHüfte.

2015: Es ist natürlich was ganz besonderes wenn der Partner dann in Roth am Start steht. 8 Monate hat man ja auch mit trainiert. Hat sich Verhaltensratschläge eingeholt,….. und bangt jetzt natürlich. Um 5.30 Uhr rief dann schon Rainer Bernhardt an, der 2014 zusammen mit Annette dort unten am Schwimmstart stand. Es beruhigt, lenkt ab, wenn ein Erfahrener mit wartet.

Und wenn dann alle an der ersten Kurve schon vorbei radeln und bloß die Ehefrau auf sich warten lässt, dann ist das wie zu Hause.

Toll – alle Frauen lachen wenn Rainer und ich ihnen zurufen. Die Männer sind schon nach 50 m Radstrecke fixiert, schauen nicht links und nicht rechts, manche stürzen schon.

Der Solarer Berg ein Muss. Dort den Stefan getroffen. Immerhin LangdistanzEuropameister 2014 in seine Altersklasse, mehrmaliger Hawaiiteilnehmer,… Auch er half mir zuschauen. Und zusammen haben wir Maria auf Ihrer ersten Runde die letzten BergMeter hochgejubelt.

Endlich ein bisschen Pause und dann kommen schon die Profis vorbei, auf ihrer 2. Runde. So schnell wie die fahren kann man gar nicht ausweichen. Die 30 km/h fahr ich auf der Geraden. Sind ja auch noch jung und tun nichts anderes als ….. (Ich muss mich ja irgendwie motivieren).

Glücklicherweise fand ich sehr schnell einen Parkplatz in Roth. Der Zieleinlauf war schon mittags gut besucht. Schattenplätze gab es kaum noch, also mit dem Fahrrad ab zur Laufstrecke bei Km 1 oder so (hinter der ersten Getränkestelle), denn dort sollte ich Maria die Laufstreckenverpflegung überreichen, die Sie dann aber gar nicht wollte.

Habe also noch ein bisschen Zeit und feuere die vorbeilaufenden Athleten an. Schaue zu, wie der spätere Sieger durch die Verpflegungsstelle läuft – keinen Becher lässt er in der Hitze aus. Kann er sich leisten, hat ja auf seinen Verfolger 5 min Vorsprung und bloß noch wenige 1000m zu rennen.

Ist aber auch wirklich anstrengend die Läuferinnen und Läufer anzufeuern und dabei noch die Gesichter zu erkennen. Meistens sind Sie schon eins, zwei Meter an mir vorbei bis ich realisiere, dass das eben Anne oder Sybille, Alfred oder Dietmar waren. (Maria erkenne ich natürlich sofort). Und dann laufe ich hinterher um Sie anzufeuern und bin froh, dass es ihnen soweit passend geht.

Zum Glück verrät das Pad wo Sie Alle sind, die Anne und die Sybille, der Alfred und der Dietmar, die Maria und der Arnaud. Und größte Erleichterung spüre ich als es endlich anzeigt, dass Startnummer 440 die Radstrecke geschafft hat. Nach 8:03 h Stunden geht Maria auf die Marathonstrecke. Ihre angestrebte Zeit von 13:00 h wird Sie wohl schaffen, denke ich mir. Einen Marathon in 4:30 h kann Sie laufen! 2 Frauen Ihrer AK waren schon durch, eine schon bei km 9,  die zweite noch vor Km 4. Noch ein paar weitere in Ihrer Nähe. Doch laufen ist die Paradedisziplin. Wer die 100 km von Biel schafft,  hat vor dem Marathon Respekt, aber keine Angst. Klar weiß Sie nicht wie es sich nach 3,8 km Kanalschwimmen, nach 180 km Radfahren laufen lässt. Doch weiß Sie um Ihre Kraft und deren Einteilung.

Auch hier das gleiche Bild wie zu Beginn der Radstrecke. Die angefeuerten Frauen lachen zurück, die Männer,…. Dietmar hat immer gelacht wenn wir uns auf der Laufstrecke gesehen haben. Danke Dietmar!

Maria nutzte die Laufstrecke als eine Autobahn – nur auf der Überholspur. Zusammen mit Lukas habe ich Sie öfters gesehen. Wir haben uns jede Mal gewundert wie locker das Laufen bei Ihr ausschaut. Bei Km 5, bei Km 9, bei Km, 21, bei Km…. Gleichmäßig von Km 1 bis Km 42.

Bei Km 27 oder so standen Claudia und Armin. Armin, Ultraläufer, machte sich gelegentlich den Spaß den einen oder anderen zu begleiten. Oder er fotografierte das Leiden der Läufer.

Nicht ein einziges Mal kam Maria schwer daher. Ein Genuss für den Zuschauer. Immer aufrecht, immer kraftvoll und -wohl schon sehr bald - mit dem Wissen, dass Ihr ein toller Wettkampf gelingt.

12:09 bei Ihrer Langdistanzpremiere, 2. Platz in Ihrer Altersklasse – noch heute (8 Tage später) klingt das für uns unglaublich.

Allen Teilnehmern, nicht bloß jene, welche ich angefeuert habe, meine höchste Anerkennung, meine Glückwünsche. Wie Weihnachten – für viele von Euch.

Und insbesondere Anne, Sybille, Dietmar, Alfred und Arnaud – unsere Trainingspartner in den letzten Monaten – jedem von euch ist ein toller Wettkampf gelungen, meine höchste Bewunderung.

2016 stehen wir wieder am Schwimmstart. Nicht im Neopren, sondern vor dem Zaun. Maria dann wohl entspannt, ich wahrscheinlich total nervös. Denn 2017 stehe ich dann hoffentlich am Schwimmstart.

Sorry, dass der Bericht kein sehr Neutraler geworden ist.