Wieder einmal ein hervorragendes Rennen und damit die Quali für die WM auf Hawaii für Stefan Kanne am Wochenende beim neu aufgelegten IM Maastricht! Wir gratulieren und wünschen erst mal gute (wenn auch kurze) Erholung, bevor es an den Feinschliff für Hawaii geht!

Ein Bericht von Stefan Kanne:

Der Ironman Maastricht war mein Plan B für die Hawaii-Quali. Das Rennen war offen bis eine Woche vor dem Start, weil es erst im Frühjahr auf den Rennkalender kam. Die Wechselzone liegt zentral in dem hübschen Städtchen, das verspricht eine entspannte Vorbereitung für den Wettkampf.

  

Das Schwimmen findet mitten in der Stadt in der Maas statt, ein Fluss, der dort aber aufgestaut ist, eine Strömung ist nicht erkennbar. Die Orientierung fällt leicht, unter 4 Brücken durch, um eine Insel mit kurzem Landgang und wieder zurück. Die Uferpromenade und die Brücken sind voller Zuschauer. Es gibt einen „rolling start“, d.h. man steht in einer Schlange bis man dran ist und geht erst kurz vor dem Wasser über die Zeitmatte. Ist nicht so spektakulär, dafür kann man das Schwimmen richtig genießen und es entzerrt auf der Radstrecke.

Die führt teilweise über sehr schmale Sträßchen eher asphaltierte Feldwege. Die ca. 800 Starter sind aber schon so weit verteilt, dass dies kein Problem ist. Die Streckenführung ist sehr abwechslungsreich, teilweise auch abenteuerlich mit einer Kreuzung mittels Gerüstbau-Brücke (erst drunter durch, später obendrüber), mit Abschnitten auf Radwegen und auf der Kopfsteinpflaster-Uferpromenade mitten in Maastricht. Kopf runter und drücken ist nicht geraten, sondern höchste Aufmerksamkeit, will man nicht über eine Kante stürzen. Trotz der relativ wenigen Höhenmeter sind die 5 Stunden für den Radsplit nicht zu schaffen.

  

Die Laufstrecke beginnt für mich mit einer wegen Schiffspassage angehobenen Brücke über die Maas. Die Brücke ist nicht gesperrt, aber die Rampe auf die Brücke ist steiler als sonst. Bei den Höhenmetern, die auf der Laufstrecke noch auf mich warten, spielt das auch keine Rolle mehr. Bei km 1 bekomme ich die Information, dass ich nach dem Rad Dritter in der AK bin. Auf gut der Hälfte der Strecke kommt man sich entgegen und man kann die Abstände stoppen. Ich erkenne aber nur den Schweden vor mir, uneinholbar schnell. Kurz vor Ende der zweiten Runde muss er jedoch gehen und ich kann vorbeiziehen. Das gibt Auftrieb für die letzte Runde. Am Stadtrand geht es noch zweimal über den roten Teppich vor dem Haus von André Rieux. Die letzten Kilometer durch die Altstadt sind dann, abgesehen vom Kopfsteinpflaster, ein Traum: Zuschauer, Musik, das Ziel am Marktplatz schon von weitem zu hören.

Dass ich den zweiten AK-Konkurrenten auch überholt hatte, erfahre ich erst später. Mein erstes Rennen, das ich nicht nur auf dem Rad gewonnen habe! Schnellste Laufzeit in der AK, das kann ich noch immer kaum glauben.

Die After-Race-Verpflegung ist noch sehr verbesserungsfähig. Aber die Supermärkte haben noch offen und da wartet der Dubbel-Vla Schoko/Vanille.

Wir sind später noch zur Finishline-Party. Das sollte man auf jeden Fall machen, wenn man es noch schafft. Es ist so schön zu sehen, wie sich die Athleten nach teilweise über 16 Stunden auf der Strecke freuen, ins Ziel zu kommen und auch zu so später Stunde mit großem Jubel begrüßt zu werden.