Hamburg ist die Hauptstadt des Ausdauersports: Nach Marathon, Triathlon und dem Radrennen Cyclassics ist am Sonntag auch die Premiere des Ironman gelungen. „Fantastisch. Es hat alles gepasst – das Wetter, die Stimmung und die Leistungen“...

Bericht von Martina Moll...

 

                   Ironman Hamburg 13.08.2017

Einmal einen Ironman zu finishen mit dem Ziel noch ein Bier zu trinken und Essen zu gehen ohne das es mir schlecht geht. Koste es was es wolle jetzt oder nie und der Anmeldebutton war schnell gedrückt … "ob es dafür ein Radl umsonst gibt? …leider nein" dafür gibt es an diesem speziellen Tag von früh bis spät ein all-you-can-eat Buffett von Power Bar…der Alptraum eines jeden Zahnarztes!

Warum Hamburg? "Da das Scandic Hotel so gute Betten hat und wir Dich gern begleiten" das heißt mir wurde die Entscheidung von Anita und Klaus sehr schnell abgenommen. Außerdem brauche ich ein Weihnachtsgeschenk für meine Eltern die ich ja schon gern dabei hätte bei diesem Event. Für nur 39,90 Euro hin und zurück mit der Sparaktion der dt. Bahn ein super Schnäppchen…vorausgesetzt man wirft die Rückfahrkarte nicht vorsorglich in den Müll und muss nochmals zahlen natürlich dann auch nicht zum Supersonderpreis.

Mein Training beginnt am 25.12.2017 und ich schenke mir zu Weihnachten die Anmeldung zum Bangkok Halbmarathon (eher ein Brückenlauf im Dunkeln statt Sightseeing) aber kann man auch ohne großem Training schaffen auch mit Jetlag und statt der üblichen Pasta Party am Vorabend einem extra scharfen Fischthaicurry heruntergespült mit einer Maß Bier.

Die nächsten Tage gehe ich Rückwärts die Treppe runter und verspreche mir Besserung bis zum Sommer.

Nach 7 Monaten Training und einer Henkersmalzeit bei dem netten kleinen Italiener bei dem es noch am Vorabend ein Wagenrad Pizza und ein Glas Rotwein für mich gab klingelt nun mein Wecker um 4:15 Uhr. Es ist dunkel und habe kurz den Gedanken einfach weiterzuschlafen…aber das Frühstück muss irgendwie rein aber schmeckt um diese Zeit wirklich gar nicht. Der Countdown läuft und ich mache mich auf den Weg zum Jungfernsteg vorbei an der American Bar in der noch tüchtig gefeiert wird. Zum Glück habe ich noch Zeit die vergessenen Socken in die richtige Tüte zu packen!

An der Startlinie angekommen kommt lässt sich die bestellte Sonne blicken, nachdem es an den beiden Vortagen aus Eimern regnete. Ich denke an mein Vorbild der Sistier Madonna wie Sie im Nike Werbespot mit Ihren 93 Jahren ins Wasser springt. Vorsichtshalber reihe ich mich bei den 2500 Teilnehmern lieber gleich mal ganz hinten ein und gehe mit den 20 letzten Angsthasen baden. Das Alsterwasser ist ja nicht gerade das Sauberste und gleicht eher einer braunen Plörre aber das Erlebnis einzigartig und ich fühle mich als Kapitän einer Hafenrundfahrt mit Ankunft vor dem Rathausmarkt - diese Szene ist gigantisch und wirkt wirklich unreal.

Raus aus dem Wasser rauf aufs Rad - unter all den teuren Triathlon Carbon-Zeitfahrrädern falle ich mit meinem Rennrad natürlich auf. Alles oder nichts also eher beten das ich keinen Platten bekomme. Die Frau kann nämlich keinen Reifen wechseln und hat weder Ersatzschlauch noch Pumpe dabei, aber Frauen bekommen ja keine Platten verspreche ich mir. Stimmt, ich sehe mindestens 20 Männer beim Reifenwechsel genervt am Streckenrand.  Die Strecke mit den 1000 Höhenmetern ist schön wellig und gut zu fahren; bis auf den kleinen Regenschauer und etwas gemeinen Gegenwind auf der 2. Hälfte war alles super! Damit es mir nicht langweilig, wird freut man sich wie im Flugzeug immer auf das Essen, obwohl es nicht gerade der Hit ist. Aus Angst beim Marathon zu verhungern schaffe 7 klebrige Riegel mit Cookies&Cream Geschmack, 3 Gels (aus purer Chemie), 4 halbe Bananen und 6 Flaschen mit isotonischen Getränken, so dass der Fahrradlenker heute noch schön klebt.

Nach dem Radeln geht es auf die Laufstrecke um die Alster; im Ohr der Shanty Chor der bei der Pasta Party zwei Tage zuvor eingeheizt hat. Hut ab und ein großes Dankeschön an die freiwilligen Helfer der Verpflegungsstationen - wie viele Becher habt Ihr eigentlich an diesem Tag auf den Kopf bekommen, frage ich mich? Das Zielwasser der Läufer bei der Becherückgabe sinkt nämlich nach jedem gelaufenen Kilometer drastisch. Inzwischen gibt es eine Völkerwanderung auf der Strecke aber "gehen geht ja gar nicht" denke ich mir auch wenn es im Bauch rumort wie bei der letzten Indienreise.

Nach 12:01:19 Std. und den 3 Stopps auf dem "Dixi Klo" habe ich das Ziel erreicht und werde von einem netten jungen Mann in den Athletik Garden begleitet…ob es nicht noch schneller gegangen wäre: nein nicht mal um 1 Minute und 19 Sekunden

Frisch geduscht verlasse ich das Lazarett nach nur 15 Minuten Startklar zum Abendessen zu gehen - den Tisch hatte ich ja vorsichtshalber reserviert.

Vielen Dank an das super Betreuer Team meiner Mama, meinem Papa, meiner Freundin Anita, Klausi - und alle die mit mir mitgefiebert haben das ich mein Ziel erreiche: es gab ein frisch gezapftes nordisches Bier mit Bratkartoffeln und Spiegeleiern ;-) und keinem Kamillentee!

Mache ich es wieder "Ja, nein, Ja, nein …..ich sage mal lieber "Jein" Mein Fanclub hat neue Reiseziele und der Prospekt flattert mir irgendwie zu aber eigentlich reicht ja auch ein netter Marathon höre ich sagen, da muss man sich nicht so schinden.

Eure Martina

 

 

Platz Pl.AK Name AK Swim Trans 1    Bike Trans 2    Run      Ziel
731 132 Struhkamp, Philipp 30 01:12:09 00:07:33 05:50:35 00:05:33 04:01:07 11:16:55
103 25 Moll, Martina 35 01:47:34 00:06:21 06:23:10 00:03:55 03:40:21 12:01:19
131 10 Heber, Simone 25 01:24:18 00:07:28 06:33:02 00:06:16 04:11:57 12:22:59
196 27 Heupel, Marketa 45 01:29:00 00:14:18 06:45:02 00:08:33 04:44:03 13:20:54
1738 286 Brinkmann, Joachim 40 01:52:31 00:18:14 07:27:28 00:12:05 05:53:46 15:44:02